Hagen hat 12 neue "Stolpersteine"

Hagen hat 12 neue "Stolpersteine"


News UnnaDer Künstler Gunter Demnig us Köln verlegte am vergangenen Dienstag 12 neue "Stolpersteine" in Hagen-Haspe vor den Häusern, in den bis zum Zweiten Weltkrieg u.a. Juden gelebt haben. Mit den Stolpersteinen soll an das Schicksal der Bewohner erinnert werden, von denen viele in Konzentrationslagern ermordet wurden. "In den KZs waren diese Menschen Nummern, mit den Steinen erhalten sie ihren Namen zurück", erklärt Demnig.
Der Begriff "Stolperstein" ist im moralischen Sinne zu verstehen, denn niemand muss befürchten, dass er über diesen Stein stolpern wird. Sie Steine sind optimal in den Gehweg eingelassen. Zu einem "Stolpern" kommt es nur, wenn sich der Passant zur Inschrift auf der Messingplatte hinunterbeugt. Dort ist zu lesen: "Hier wohnte", dann ein Name, ein Geburtsdatum und zum Beispiel "Deportiert 1942, ermordet in Auschwitz". Alle Steine sollen an alle Opfer des systematischen Massenmordes der Nazis erinnern, also nicht nur an Juden, sondern auch Sinti und Roma, Sozialdemokraten, Kommunisten, Homosexuelle oder Behinderte.
Die Aktion der Stolpersteine läuft inzwischen europaweit. Der 65-jährige Demnig hatte sich 1990 künstlerisch mit der Deportation von 1.000 Kölner Sinti und Roma auseinandergesetzt. In der Zwischenzeit zieht seine Aktion immer weitere Kreise. 2002 gab es rund 2.000 Stoplersteeine, heute sind es ca. 32.000.
Der Kölner Künstler erklärt, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit nicht immer einfach ist. In vielen Städten sind in den Archiven nur wenige Hinweise zu finden. Gerade in kleineren Städten ist dies der Fall, in Großstädten sieht die Lage in den Archiven besser aus. In ganz kleinen Gemeinden wiederum ist kaum Material aus der Vergangenheit zu finden. Erschwert wird die Recherche auch, weil es immer weniger Zeitzeugen gibt.
An der Aktion in Hagen beteiligten sich auch zahlreiche Schüler, die sich in einem Projektkurs dem Thema "Hagen im Nationalsozialismus" widmeten. Während die 16- bis 17-jährigen Schüler auf der Suche nach biografischem Material im Hagener Stadtarchiv nicht fündig wurden, stießen sie im Archiv Buchenwald auf die Namen von drei Hagener Juden, die gegen Ende des Krieges in das Konzentrationslager gekommen waren. Jetzt setzen die Schüler alles daran, deren weiteres Schicksal herauszufinden. Die Schüler wollen mit ihrer Aktion zeigen, dass sie rund 70 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus, Verantwortung das große menschliche Unrecht übernehmen. Sie wollen auch ein Zeichen der Anteilnahme setzen und hätten ein großes Bedürfnis zu sehen, was in ihrer Stadt passiert ist, erklärte eine Lehrerin.
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Zahlen & Fakten: Stadtname:
Unna

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Nordrhein-Westfalen

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Unna

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Gemeinde-
schlüssel:

05 9 78 036



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